Ikonische Landschaften, Kunststädte und historische Dörfer: Die Toskana ist weltberühmt für ihre unnachahmliche Hügellandschaft sowie ihr Kunst- und Kulturerbe. Aber es gibt auch eine weniger bekannte und ebenso faszinierende Seite, und zwar die der schattigen Wälder, Wasserwege und Wasserfälle inmitten der Natur.
Ob man gerne wandert, Sommerausflüge macht oder einfach nur eine erfrischende Pause sucht, diese Wasserfälle sind perfekte Ziele für einen Tagesausflug.
Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen 9 wunderschöne Wasserfälle in der Toskana vorstellen und Ihnen nützliche Hinweise geben, wie Sie zu diesen kommen.
Im wilden Herzen des Val di Zeri, in der Lunigiana, ist der Colombara-Wasserfall einer der eindrucksvollsten und am wenigsten überlaufenen Wasserfälle der Region. Er liegt an der Route, die, in unberührter Naturlandschaft, zu den Wäldern von Rossano führt.
Wegbeschreibung Vom Dorf Rossano aus folgt man den Schildern nach Bosco di Rossano und fährt etwa 2,2 km auf der Straße. Kurz nach einer Kurve beginnt auf der rechten Seite ein Pfad durch den Wald. Nach einem kurzen Stück überquert man einen kleinen Bach und gelangt nach einem letzten, leicht ansteigenden - mit Handläufen gesicherten - Abschnitt zum Fuß des Wasserfalls.
An der Grenze zwischen den Provinzen Siena und Grosseto liegen die Canaloni (Klammen) des Flusses Farma, spektakuläre Schluchten, die das Wasser im Laufe der Jahrmillionen gegraben hat. Glatte Felsen, natürliche Becken und kleine Wasserfälle machen diesen Ort zu einem der faszinierendsten im Naturschutzgebiet Farma.
Der Weg zu den Canaloni beginnt in der Nähe von Roccastrada und ist ein einfacher Weg von etwa 3 km (Hin- und Rückweg), der durch den Wald führt und dem Flusslauf folgt. Der Weg ist eben und auch für ungeübte Wander*innen geeignet.
In der Mitte der Toskana bietet der Fluss Elsa überraschende Winkel wie die Diborrato-Wasserfälle, einem 15 Meter hohen Wassersturz, der in ein tiefes, malerisches Naturbecken herabfällt.
Sie sind leicht zu erreichen: Die Wasserfälle befinden sich entlang des SentierElsa (Elsa-Weg), einem Naturlehrpfad, der auch für Familien geeignet ist. Etwas weiter auf der Strecke erreicht man auch die Caldane, antike Thermalbecken, die bereits in etruskischer und römischer Zeit genutzt wurden und heute in den Sommermonaten besonders beliebt sind.
In den schattigen Wäldern von Valdera, nahe dem mittelalterlichen Dorf Chianni, versteckt sich der Ghiaccione-Wasserfall, so genannt wegen der stets kühlen Temperatur der Umgebung.
Wegbeschreibung: entlang der Provinzstraße in Richtung Castellina Marittima, nach Überquerung einer kleinen Brücke über den Bach Carbonaia, befindet sich ein Parkplatz. Von hier aus führt ein Pfad den Bachlauf hinauf. Man überquert den Fluss und gelangt so zu den ersten der drei kleinen Wasserfälle mitten im Wald.
Die Botri-Schlucht ist einer der spektakulärsten natürlichen Canyons der Toskana. Sie befindet sich im Val Fegana, im Gebiet von Bagni di Lucca, und ist eine tiefe, enge Kalksteinschlucht, die von den kalten Wassern der Bäche Mariana und Ribellino gegraben wurde.
Wegbeschreibung Der Zugang erfolgt vom Ponte a Gaio, dem einzigen erlaubten Eingang zum geschützten Gebiet, wo sich auch die Kasse befindet. Es muss ein Schutzhelm getragen werden (kann vor Ort ausgeliehen werden). Die Besichtigung erfolgt, indem man den Bachlauf hinaufgeht und zwischen Routen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad wählt.
An der Grenze zwischen der Toskana und der Emilia-Romagna, im Nationalpark Foreste Casentinesi, Monte Falterona und Campigna, befinden sich die spektakulären Acquacheta-Wasserfälle, die zu den berühmtesten und schönsten des Apennins gehören. Sie sind so imposant, dass sie sogar Dante Alighieri inspirierten, der sie in der Göttlichen Komödie (Hölle, Gesang XVI) erwähnte. Der Wildbach Acquacheta (stilles Wasser) fließt zwischen großen Sprüngen und Felsen in einer wilden und stimmungsvollen Umgebung inmitten von Buchenhainen und jahrhundertealten Wäldern.
Der einfachste und beliebteste Weg dorthin beginnt im mittelalterlichen Dorf San Benedetto in Alpe (495 m), das man mit dem Auto von San Godenzo aus über den Muraglione-Pass erreicht.
Vom Dorf aus nimmt man den CAI-Weg 407 (Alpenvereinsweg), der das Tal bis zu den Wasserfällen hinaufführt (ca. 720 m Höhe). Die etwa zweistündige bergauf führende Wanderung mit mäßigem Höhenunterschied wird Wander*innen mit einem Minimum an Kondition empfohlen.
Der Piscino-Wasserfall gehört zu den wildesten und geheimnisvollsten Wasserfällen der Toskana. Er ist ein mächtiger und wenig besuchter Ort, an dem sich die Kraft des Wassers in einer spektakulären Fallhöhe von 70 Metern zeigt und dessen Rauschen schon von weitem zu hören ist.
Eingebettet in das Tal des Nordhangs des Monte Falterona und verborgen hinter den imposanten Felswänden der Balze Rondinaie (Rondinaie-Steilhänge) entsteht der Wasserfall durch den bergab fließenden Fluss Godenzo. Die Umgebung ist rau und stimmungsvoll, mit Kastanienhainen, Bächen und Buchenwäldern, die die Wanderung zu einem fesselnden, naturbelassenen Erlebnis machen.
Wegbeschreibung: Der Wasserfall ist vom Friedhof von Castagno d'Andrea aus zu erreichen, indem man rechts der Schotterstraße und dann dem Weg CAI 11 folgt, der zunächst durch Kastanien- und dann durch Buchenwälder führt. Die Route im letzten Abschnitt erfordert eine gute Orientierung und ein Mindestmaß an Kondition: Sie wird erfahrenen Wander*innen empfohlen, insbesondere bei nassem oder rutschigem Gelände.
Am Fuße der Apuanischen Alpen, etwas oberhalb von Seravezza, befinden sich die Malbacco-Wasserfälle, die zu den schönsten Naturschwimmbecken der Toskana zählen. Smaragdgrüne Becken, kleine Wasserfälle und glatte Kalksteinfelsen schaffen eine perfekte Umgebung, um sich an einem Sommertag, vor einer besonders reizvollen Naturkulisse, abzukühlen.
Der Bach fließt durch ein kühles, schattiges Tal, das leicht zugänglich ist, was Malbacco zu einem beliebten Ausflugsziel macht und daher wird in Spitzenzeiten der Personenzustrom geregelt.
Um sie zu sehen, muss man nach Seravezza (LU) fahren und dann etwa 1,5 km den Schildern nach Malbacco folgen. Schon an den ersten Gumpen sind die Halteplätze zu erkennen.
In den letzten Jahren wurde eine verkehrsberuhigte Zone (ZTL) eingerichtet: Es ist wichtig, die Schilder zu beachten, um Strafen zu vermeiden. Nach dem Schild "Benvenuti nel Parco Regionale delle Alpi Apuane" (Willkommen im Regionalpark Apuanische Alpen) gibt es mehrere Zugänge zu den Gumpen entlang des Baches.
Etwas oberhalb von Camaiore, in einem stillen, überraschend wilden Winkel der Versilia, liegen die Candalla-Wasserfälle: ein Ort, an dem kristallklares Wasser zwischen glatten Felsen, verlassenen Mühlen und klaren Gumpen fließt, in denen man innehalten, durchatmen und sich erfrischen kann.
Die Route folgt dem Bach Rio Lombricese, der zwischen den Felswänden des Monte Penna eingebettet ist. Hier verknüpft sich Natur mit Geschichte: Auf dem Weg stößt man auf die Überreste alter Mühlen, Ölmühlen und Fabriken, die sich die Kraft des Wassers seit Jahrhunderten zunutze gemacht haben. Ein wahres Freilichtmuseum mitten im Grünen.
Wegbeschreibung: Von Camaiore aus folgt man der SP3 in Richtung Vado / Casoli für ca. 6 km bis zur Ortschaft Cascine. Hier nimmt man den gut ausgeschilderten Weg CAI 00, der zum Vecchio Mulino di Candalla (Alte Candalla-Mühle) führt, dem Ausgangspunkt des Naturlehrpfads. Der Weg ist einfach, weist in Wassernähe aber rutschige Abschnitte auf.
Im Sommer ist die Gegend sehr belebt: Die Gemeinde Camaiore bietet einen Shuttle-Service an und das Parken ist geregelt.