Die im toskanischen Hügelland gelegenen Dörfer sind Orte, an denen die Zeit angemessene Spuren hinterlassen hat.
Mauern, die dem Verlauf der Hügel folgen, heimelige Straßen, Plätze und Palazzi, die an das tägliche Leben von anno dazumal erinnern.
Dörfer, die im Mittelalter entstanden sind, sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt haben und trotzdem noch mit dem umliegenden Gebiet verbunden sind.
Diese Route führt durch zehn der faszinierendsten Hügeldörfer der Region, die unter anderem mit dem Orangenen Qualitätssiegel des italienischen Touring Clubs ausgezeichnet wurden und die Geschichte jener Toskana erzählt, die von kleinen Städten, weiten Ausblicken und noch erhaltenen historischen Zeugnissen handelt.
Unterschiedliche Orte, die aber durch eine erkennbare Identität verbunden sind, die sie einzigartig macht.
Anghiari ist ein reizvolles mittelalterliches Städtchen im toskanischen Valtiberina, nur wenige Kilometer von Arezzo entfernt.
Der Ort, der zu den schönsten Dörfern Italiens „I Borghi più belli d’Italia“ zählt, hat ein nahezu intaktes Stadtbild bewahrt, das dem Verlauf der steilen, charakteristischen mittleren Falte folgt.
Das Dorf besticht mit seinen Aussichten, Bögen und Steinmauern, inmitten historischer Gebäude und mit Blick auf die darunter liegende Landschaft.
In der Ebene am Fuße des Städtchens fand am 29. Juni 1440 die berühmte Schlacht von Anghiari statt, in der die Florentiner Truppen über die Mailänder siegten. Diesem Ereignis war auch das berühmte Fresko der Schlacht von Anghiari von Leonardo da Vinci gewidmet, das heute verloren, aber noch immer tief im Gedächtnis des Ortes verwurzelt ist.
Eingebettet zwischen den Hügeln des Val d'Orcia und des Val di Chiana liegt San Casciano dei Bagni, einer der bezauberndsten Kurorte der Toskana, der seit der Antike für seine zahlreichen schwefelhaltigen Quellen bekannt ist.
Schon die Etrusker erkannten seinen Wert, den später die Römer noch mehr zu schätzen wussten. Das belegen archäologische Funde, die in diesem Gebiet dank einer außergewöhnlichen archäologischen Ausgrabung zutage kamen, bei der der größte intakte Schatz aus etruskisch-römischer Zeit entdeckt wurde.
In den folgenden Jahrhunderten zogen die Thermalbäder weiterhin Besucher aus ganz Europa an und prägten die Identität des Ortes: Bei einem Spaziergang durch die Altstadt stößt man auf verzierte Fassaden, Adelspaläste und bedeutende Sakralbauten wie die Stiftskirche Insigne Collegiata di San Leonardo und die beeindruckende Kirche San Michele Arcangelo.
Auf einem Trachytfelsen an den Hängen des Monte Amiata ist Santa Fiora gelegen, ein Dorf, das eng mit dem Wasser verbunden ist, das still dessen Geschichte und Landschaft geprägt hat.
Der Ort, der strategisch günstig über der Quelle des Flusses Fiora gelegen ist, hat gegenüber den benachbarten Dörfern eine eigene Entwicklung durchgemacht: Es war eines der wichtigsten Herrschaftsgebiete der Aldobrandeschi, widerstand lange Zeit den Sienesern und ging dann im 15. Jahrhundert an die Sforza über, bis es im 17. Jahrhundert in den Einflussbereich von Florenz fiel.
Heute ist Santa Fiora eines der faszinierendsten Reiseziele, das zu den schönsten Dörfern Italiens „I Borghi più belli d’Italia“ zählt, dank seiner Altstadt, die in drei Terzieri (Viertel) - Castello, Borgo und Montecatino - unterteilt ist und in dem Paläste, Kirchen und alte Mauern in üppiger Natur zu sehen sind.
Von der Peschiera, einer von der Fiora-Quelle gespeiste Teich, bis zur Kirche Madonna della Neve, die direkt über der Quelle errichtet wurde, ist das Wasser ein identitätsstiftendes Element.
Montepulciano, im Sieneser Val di Chiana, liegt so, dass es den Blick auf eine der charakteristischsten Landschaften der Toskana freigibt.
Montepulciano, ein Dorf etruskischen Ursprungs mit mittelalterlichem Grundriss, erlebte seine größte Blüte in der Renaissance und hinterließ eine elegante Altstadt mit monumentalen Palazzi, Kirchen und harmonischen Ausblicken. Ringsum erstreckt sich eine Landschaft, die Weinstöcke, sanfte Hügel und bebaute Felder prägen.
Der Name Montepulciano ist untrennbar mit dem Vino Nobile verbunden, dem symbolischen Produkt eines Landstrichs, der weltweit als eines der besten Weinanbaugebiete angesehen wird.
Absolut sehenswert ist der monumentale Weinkeller, faszinierende unterirdische Räume mitten in der Altstadt.
Montepulciano wurde zusammen mit dem gesamten Valdichiana Senese zur Kulturhauptstadt der Toskana 2024 ernannt.
Barga ist ein mittelalterliches Dorf, das auf dem skulpturenhaften Profil der Apuanischen Alpen thront und Berglandschaft, Geschichte sowie Kultur verbindet.
Das zu den schönsten Dörfern Italiens „I Borghi più belli d’Italia“ zählende Dorf hat einen kompakten, gepflegten historischen Kern, der sich um den felsigen Ausläufer der Burg erstreckt und von einer Mauer mit drei Toren umgeben ist.
Wenn man durch die Gassen, Karrenwege und über kleine Plätze schlendert, folgt man einem unregelmäßigen, natürlichen Verlauf zur Kathedrale San Cristoforo, dem Höhepunkt des Dorfes, von dem aus sich ein Blick über die Dächer der Altstadt und in der Ferne auf die Apuanischen Alpen bietet.
Peccioli liegt oberhalb der Valdera-Hügel und wurde im Jahr 2024 von einer berühmten Fernsehsendung, bei der die faszinierendsten Orte des Landes prämiert werden, zum Borgo dei Borghi (Dorf der Dörfer) gewählt.
Die Altstadt mit mittelalterlichem Grundriss zeigt sich nach und nach mit ihren heimeligen Gassen, Ausblicken auf das Land und einer Agrarlandschaft, die ihre ursprüngliche Berufung für bebautes Hügelland, Ölmühlen, Bauernhöfe und Weingüter widerspiegelt.
Peccioli ist es gelungen, seine historische Identität auf originelle Weise mit zeitgenössischer Kunst zu vereinen und die Stadt in ein weitläufiges Freilichtmuseum zu verwandeln: Installationen und künstlerische Eingriffe prägen die Besichtigung, ohne den Kontext zu verfälschen, und stehen ganz im Einklang mit Landschaft, archäologischen Funden und Alltagsleben.
Pienza entstand im Herzen des Val d'Orcia dank eines einheitlichen Schönheitsideals.
Es war Papst Pius II., 1405 als Enea Silvio Piccolomini geboren, der das alte Dorf Corsignano in eine neue Stadt verwandeln wollte und Bernardo Rossellino und den Humanisten Leon Battista Alberti mit diesem Projekt betraute. In nur wenigen Jahren, zwischen 1459 und 1462, entstand eine harmonische, maßvolle Renaissancestadt, die als Modell der idealen Stadt konzipiert war, „entstanden aus einem Traum von Schönheit", wie Giovanni Pascoli schrieb.
Eingebettet zwischen den Hügeln des Val d'Orcia, hat Pienza sich dieses Stadtbild bewahrt, das man bei einem Spaziergang vorbei an Plätzen, Palazzi und Ausblicken auf die Landschaft genießen kann.
Seit 1996 ist das Dorf zusammen mit der gesamten Landschaft des Val d'Orcia von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.
Pitigliano ist eines der malerischsten Dörfer der Maremma und als Klein-Jerusalem bekannt.
Auf einem Tuffsteinfelsen in 313 Metern Höhe überragt es die grünen Täler, die von den Flüssen Lente und Meleta durchzogen sind. Die direkt in den Felsen gehauenen und vertikal an der Felsklippe aufgereihten Häuser weisen ein kompaktes, malerisches Stadtgefüge auf, was dieses Dorf so unverwechselbar macht.
Hier ist die Geschichte in einer sehr alten Vergangenheit verwurzelt, die von prähistorischen Siedlungen über die offensichtlichen Spuren der Etrusker bis hin zur römischen Epoche reicht, an die auch der Name Pitigliano erinnert, der der Überlieferung nach mit Petilio und Celiano verbunden ist.
Pitigliano zählt zu den schönsten Dörfern Italiens (I Borghi più belli d’Italia).
San Gimignano ist eines der berühmtesten Dörfer der Toskana, das man sofort an der Silhouette seiner mittelalterlichen Türme erkennt, die sich am Horizont abzeichnen. Im Mittelalter war die Stadt, die von der Frankenstraße durchquert wurde, ein wichtiges Durchgangs- und Handelszentrum, und aus dieser Zeit stammt auch ihr Erscheinungsbild, das sie auch heute noch weltberühmt macht. Nicht umsonst ist es als das Manhattan des Mittelalters bekannt, ein Spitzname, der mit der außergewöhnlichen Anzahl von Türmen zusammenhängt, die das Land einst überragten.
San Gimignano liegt in den Hügeln des Val d'Elsa und verfügt über einen besonders in sich geschlossenen historischen Stadtkern, der das Bild einer zeitlosen Stadt vermittelt. Seit 1990 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe, ein Titel, der seine Einzigartigkeit und seinen historischen Wert schützt. Bei einem Spaziergang vorbei an Plätzen und Straßen kann man in Kunst, mittelalterliche Architektur und typisch toskanische Landschaft eintauchen.
Poppi, das zu den schönsten Dörfern Italiens „I Borghi più belli d’Italia“ zählt, ist einer der typischsten Orte des Casentino, einem Gebiet, in dem Geschichte, Kunst und Natur miteinander verschmelzen. Die Geschichte des Dorfes ist mit der mächtigen Familie Conti Guidi verbunden, die hier eines ihrer wichtigsten Herrschaftsgebiete errichtete und das gesamte Tal nachhaltig prägte.
Die Burg der Conti Guidi, Symbol von Poppi und Ikone des Casentino, dominiert die Stadt. Ihr strenger Bau thront über dem Dorf und überblickt die Ebene von Campaldino, die Schauplatz der berühmten Schlacht von 1289 zwischen Guelfen und Ghibellinen war.
Die ab dem 13. Jahrhundert erbaute Burg verfügt über einen strukturierten Innenhof mit monumentalen Treppen und Wappen, einer von Taddeo Gaddi mit Fresken dekorierten Kapelle und einer wertvollen historischen Bibliothek.
Poppi ist auch ein ganz besonderes Tor zur Natur, denn das Dorf liegt am Rande des Nationalparks Foreste Casentinesi, Monte Falterona und Campigna, einem der größten und best erhaltenen Waldgebiete Europas. Von hier aus führen Wege zu symbolträchtigen Orten wie der Einsiedelei von Camaldoli und der Wallfahrtskirche La Verna, die von jahrhundertealten Buchenwäldern, stillen Wegen und Landschaften von großem spirituellem und ökologischem Wert umgeben sind.