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Depot für historische Schienenfahrzeuge in Pistoia
Photo © Comune di Pistoia
Photo © Comune di Pistoia

Pistoia und das Kino: die berühmtesten Drehorte

In den historischen Gebäuden der Innenstadt und auf den Berggipfeln sind viele Pistoieser zu sehen

Dank ihrer reizvollen Bergorte und ihrer Altstadt mit ihren zahlreichen Denkmälern und prächtigen Gebäuden hat Pistoia seit jeher italienischem und internationalem Filmemacher angezogen. Orsigna, eines der malerischsten Bergdörfer in der Region Pistoia, diente als Drehort für den Film „Das Ende ist mein Anfang“, eine Erzählung des Regisseurs Jo Baier über die letzten Lebensjahre des Florentiner Journalisten und Schriftstellers Tiziano Terzani (meisterhaft dargestellt von Bruno Ganz), der genau an diesem Ort beschloss, seine letzten Tage zu verbringen. Inspiriert von dem gleichnamigen Buch, das das geistige Vermächtnis enthält, das Tiziano Terzani seinem Sohn Folco hinterlassen hatte, vermittelt der Film den Zuschauer*innen den ganzen Zauber und die Spiritualität eines üppigen und noch unberührten Ortes: die Berglandschaft von Orsigna auf den Gipfeln der Pistoieser Berge.
Das Ende ist mein Anfang
Das Ende ist mein Anfang - Credit: Rolf v. d. Heydt - © collina filmproduktion

Der toskanische Regisseur Leonardo Pieraccioni hat Pistoia als Schauplatz für seinen Film „Ti amo in tutte le lingue del mondo“ als Schauplatz gewählt, eine romantische Komödie, in der er Gilberto spielt, einen Sportlehrer an einer Schule in Pistoia, der von seiner Frau betrogen und von einer Schülerin umworben wird, die ihm ihre Gefühle offenbart … in allen Sprachen der Welt! Als der Mann zufällig die Mutter des Mädchens, Margherita, trifft, entsteht zwischen den beiden eine innige Verbindung. Der Schulleiter vermutet jedoch, dass der Lehrer weiterhin mit der Schülerin in Kontakt steht, und versetzt ihn an eine Schule in Borgo a Buggiano.

Das Stadtzentrum von Pistoia wurde zudem als Drehort für die Rai-Fernsehminiserie „Le Ragazze di San Frediano“ ausgewählt, in der das Florenz aus dem Roman von Vasco Pratolini nachgestellt wurde.  Obwohl die Handlung in dem gleichnamigen Florentiner Stadtteil spielt, wurden die Schlussszenen und ein Großteil der Außenaufnahmen auf der Piazza Duomo in Pistoia gedreht, wo die Atmosphäre des Florentiner Stadtteils nachgebildet wurde. Die Serie handelt von den Liebesabenteuern des Mechanikers Andrea (Bob), gespielt von Giampaolo Morelli, der gleichzeitig mit fünf verschiedenen Frauen liiert ist, darunter die von Vittoria Puccini und Martina Stella gespielten Figuren.

Und wieder wurden in Pistoia Szenen nachgestellt, die sich auf die Geschichte von Florenz beziehen. So wie in dem Film „Maraviglioso Boccaccio“ von Paolo und Vittorio Taviani, der auf Giovanni Boccaccios „Decameron“ basiert und bei dem einige Szenen auf der Piazza del Duomo gedreht wurden. Um der Pestepidemie zu entkommen, beschließen einige Jugendliche, in einem Bauernhaus Zuflucht zu suchen, und um sich die Zeit zu vertreiben, erzählen sie sich jeden Tag eine Geschichte. Wie die Geschichte von Monna Catalina, die in einer Kirche ausgesetzt und von Messer Gentile gerettet wurde, die Geschichte von Calandrino, einem ungeschickten Maler, der oft von seinen Kollegen verspottet wird, die Liebesgeschichten von Ghismunda, die Novelle von Schwester Isabetta und die traurige Geschichte von Federigo degli Alberighi und Monna Giovanna.

Eine Szene aus dem Film „Ein Zug voller Hoffnung“
Eine Szene aus dem Film „Ein Zug voller Hoffnung“ - Credit: Netflix

Zu den jüngsten Filmproduktionen zählt, dass in Pistoia einige Szenen des Films „Ein Zug voller Hoffnung“ von Cristina Comencini gedreht wurden, insbesondere im Depot für historische Schienenfahrzeuge der Fondazione FS und in der Kirche San Benedetto. Der Film ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Viola Ardone. Die Handlung beginnt im Jahr 1946 und erzählt die Geschichte von Amerigo (Stefano Accorsi als Erwachsener und Christian Cervone als Kind), der zusammen mit seiner Mutter Antonietta (Serena Rossi) in Neapel in äußerster Armut lebt. Sein Leben ändert sich, als seine Mutter beschließt, ihn in einen Zug Richtung Norden zu setzen, um ihn zu Debra (Barbara Ronchi) zu schicken, einer Bäuerin, die sich um ihn kümmert, als wäre er ihr eigener Sohn.  Der Film ist von einer wahren Begebenheit inspiriert, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Italien ereignete, als einige Familien aus Norditalien, die der linken Bewegung nahestanden, der von großer Armut geplagten Bevölkerung im Süden ihre Solidarität bewiesen, indem sie in ihren Häusern Kinder aufnahmen, die Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung benötigten.

Das Rathaus von Pistoia lässt zudem den Glanz vergangener Zeiten wieder aufleben, dank des aus Prato stammenden Regisseurs Giovanni Veronesi, der die mittelalterlichen Räumlichkeiten der Sala Maggiore als Kulisse für einige Szenen seines neuen Films „Dio ride“ genutzt hat, einer Komödie, die im 17. Jahrhundert spielt und in der zwei der bedeutendsten Schauspieler des italienischen Kinos mitspielen: Pierfrancesco Favino und Silvio Orlando. 

Auch Fernsehproduktionen machten in Pistoia Station. Der äußerst erfolgreiche Fernsehfilm, für den Pistoia als Drehort ausgewählt wurde, ist „Milano Palermo – il ritorno“ (Palermo Milano - Flucht vor der Mafia) unter der Regie von Claudio Fragasso. In dem Film spielen Giancarlo Giannini, Raul Bova und Romina Mondello mit. Der Film ist die Fortsetzung von „Palermo Milano – Solo andata“ (Flucht vor der Mafia) und erzählt die Geschichte des Mafia-Informanten Turi Arcangelo Leofonte (Giancarlo Giannini), der nach Ablauf seiner Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen wurde. Ein Teil der früheren Eskorte begleitet ihn an einen unbekannten Ort. Zu den Zwischenstationen auf seinem Weg zum Ziel gehört auch Pistoia.

Zudem wurden für die Dreharbeiten zur internationalen Fernsehserie „Die Medici – Master of Florence“ einige der berühmten historischen Paläste und Kirchen der Altstadt von Pistoia genutzt, darunter das Rathaus und San Zeno.

Diese Rubrik entstand in Zusammenarbeit mit der Toscana Film Commission, der zentralen Anlaufstelle für Filmproduktionen in der Region.

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