Florenz zählt zu den berühmtesten Kunststädten der Welt und besticht durch ein reiches Erbe an Monumenten und Kunstwerken von seltener Bedeutung. Die Uffizien, der Ponte Vecchio, die Piazza della Signoria, der Dom und die vielen monumentalen Straßen des historischen Zentrums sind die natürliche Kulisse für Kunstfilme von gestern und heute.
In seinem unvergesslichen Werk „Paisà“ siedelte Roberto Rossellini eine Episode über den Widerstand gegen die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs in Florenz an. Eine dramatische Geschichte, die uns ein verwundetes, aber schönes Florenz in Schwarz-Weiß zeigt, in dem die Monumente der Renaissance unerschütterlich emporragen.
Leidenschaftlich und romantisch präsentieren sich die Hommagen der Regisseure Jane Campion in „Portrait of a Lady“ und James Ivory in „Zimmer mit Aussicht“ an die Stadt und ihr Umland. Letzterer Film basiert auf der Erzählung des englischen Schriftstellers Edward Morgan Forster und beschreibt die Leidenschaft, die britische Bürger bereits seit dem 19. Jahrhundert für die „Stadt der Lilien“ hegten. Florenz war eines der beliebtesten Ziele der Grand Tour des 19. Jahrhunderts, und Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in der Stadt eine große angelsächsische Gemeinschaft, bestehend aus Schriftstellern, Dichtern, Malern, Kunstliebhabern und Bewunderern der malerischen Landschaft, die für die Hügel am Rande des Stadtgebiets so typisch ist.
Genau dieses „Florenz wie gemalt“ inszenierte Franco Zeffirelli in „Tee mit Mussolini“. Der Film erzählt vom beschaulichen Leben einer Gruppe englischer Damen vor dem Zweiten Weltkrieg, von den Umbrüchen durch den Krieg und schließlich von der Befreiung. Unvergesslich sind die Szenen auf der Piazza della Signoria, in den Uffizien und in der Gipsoteca des Kunstinstituts von Porta Romana.
Seit Mitte der 90er Jahre trägt das in Florenz gedrehte Kino auch die unbeschwerten und respektlosen Züge von Leonardo Pieraccioni. Als waschechter Florentiner huldigt er seiner Stadt in vielen Filmen, darunter „I laureati“, „Fuochi d’artificio“, „Io & Marilyn“ und „Il sesso degli angeli“.
Die Florentiner sind bekanntlich nie um einen Spruch verlegen und verspotten Mächtige wie Weggefährten gleichermaßen. Diese typisch toskanische Komik wurzelt filmisch im Kultstreifen „Ein irres Klassentreffen“ von Monicelli aus dem Jahr 1975, dem zwei weitere Teile der Saga sowie 2011 das Prequel „Amici miei – Come tutto ebbe inizio“ von Neri Parenti folgten. Wer erinnert sich nicht an die berühmte und urkomische Szene aus „Ein irres Klassentreffen“, in der die „Guasconi“ während ihrer Streiche (den sogenannten „Zingarate“) den Reisenden an den Fenstern der abfahrenden Züge im Bahnhof Santa Maria Novella Ohrfeigen verpassten? Auch die Via dei Bardi, die Lungarni und das historische Kino Odeon bildeten den Rahmen für ihre Streiche, die ebenso amüsant wie grausam sein konnten.
Florenz ist eine Stadt mit großer Vergangenheit, richtet den Blick in zeitgenössischen Filmen jedoch auch auf die Zukunft: In „C'è chi dice no“ („Es gibt welche, die Nein sagen“) von Giambattista Avellino kämpfen drei junge Absolventen gegen universitäre Vetternwirtschaft und Korruption am Arbeitsplatz. In "Mar Nero" von Federico Bondi hingegen wird das Florenz der Vorstädte - wie Gavinana und seine Einkaufszentren - und die Häuser der einfachen Leute fotografiert: In einem dieser Häuser entsteht eine tiefe und aufrichtige Freundschaft zwischen einer älteren Florentinerin und ihrem rumänischen Pfleger. Inmitten dieser Orte der Moderne findet das Kino immer wieder Wege, Geschichten von tiefer Menschlichkeit zu erzählen.
Als „Wiege der Renaissance“ bekannt, ist Florenz auch vielfach in internationalen Produktionen erschienen. Der adrenalingeladene Actionfilm „6 Underground“ von Michael Bay mit Ryan Reynolds verwandelte Florenz in eine Rennstrecke mit explosiven Verfolgungsjagden durch das gesamte Zentrum – vom Lungarno Anna Maria Luisa de’ Medici über die Uffizien, die Ponte Vecchio und die Piazza della Signoria bis hin zur Piazza della Santissima Annunziata und Piazza Santa Maria Novella.
Die Geschichte von Florenz und der Aufstieg der bedeutendsten und mächtigsten florentinischen Familie aller Zeiten, der Medici, wurde mit der internationalen TV-Serie 'I Medici - Masters of Florence' von Frank Spotnitz und Nicholas Meyer auf dem kleinen Bildschirm gefeiert. Die Dreharbeiten zur Serie fanden an historischen Orten der Stadt statt, wie dem Palazzo Medici Riccardi und der Basilika San Lorenzo, und führten anschließend nach Pienza (Palazzo Piccolomini), Montepulciano (Piazza Grande, Dom), Pistoia, Volterra, ins Val d’Orcia und zum Castello di Oliveto di Castelfiorentino.
Die Authentizität und zeitlose Schönheit von Florenz ermöglichte es auch der Erfolgsproduktion „Meine geniale Freundin“ (Rai), einige Szenen der dritten Staffel in die 70er Jahre des toskanischen Hauptortes zu versetzen. Die dritte Staffel, „Die Geschichte der Trennung“, zeigt die beiden Freundinnen im Erwachsenenalter. Um die Geschichte von Lenù zu erzählen, führt uns die Serie ab der vierten Folge in das historische Zentrum von Florenz, wohin sie nach ihrem Studium und der Veröffentlichung ihres Romans zieht, um Pietro, einen jungen Universitätsprofessor, zu heiraten.
Die Regisseurin Francesca Archibugi wählte Florenz für Szenen des Dramas „Der Kolibri“ mit Pierfrancesco Favino. Das Set umfasste mehrere Plätze im Stadtzentrum, Das Set umfasste verschiedene Plätze der Innenstadt, darunter Piazza del Carmine, Piazza Santa Croce, Piazza del Mercato Nuovo, Piazza San Pier Maggiore und den Bahnhofsplatz.
Zu den jüngsten Produktionen gehört die Netflix-Serie „Il Mostro“ (Das Monster von Florenz) von Stefano Sollima. Sie thematisiert die grausamen Kriminalfälle, die ab den 80er Jahren das Leben in Florenz prägten und landesweit für enormes Aufsehen sorgten. Die Miniserie rekonstruiert die Ereignisse nicht eins zu eins, sondern folgt einer der vielen Spuren, die während der jahrelangen Ermittlungen verfolgt wurden. Gedreht wurde an verschiedenen Orten in der Provinz, darunter Signa, San Casciano in Val di Pesa, Campi Bisenzio und Mercatale.
„From Scratch“ ist der Titel der Netflix-Serie unter der Regie von Nzingha Stewart mit Zoe Saldana. Die Dreharbeiten in Florenz erstreckten sich von der Basilika Santa Croce über Santo Spirito, Lungarno Vespucci, Piazza San Pier Maggiore, Piazza Ognissanti, den Palazzo Corsini, Piazza del Mercato Nuovo, Piazza del Carmine, die Kirchen San Salvi und Santa Monica sowie das Viertel Oltrarno bis hin zum Piazzale Michelangelo.
Auch die Produktion der Serie „Gabriel’s Redemption“ für die Plattform Passionflix wählte Florenz. Es handelt sich um den dritten Teil der „Gabriel’s Inferno“-Trilogie, produziert und inszeniert von Tosca Musk (Schwester des Multimilliardärs Elon Musk), mit dem italienischen Schauspieler Giulio Berruti und der australischen Schauspielerin Melanie Zanetti. Zu den ausgewählten Drehorten gehörten die Piazza della Signoria, der Domplatz, die Uffizien, das Gucci Giardino 25, das Gallery Hotel Art, die Certosa von Florenz und die Dimora Ghirlandaio in Impruneta.
Die Produktionen für die kleine und die große Leinwand haben zudem eine außergewöhnliche Florentinerin nicht vergessen: die bedeutendste italienische Astrophysikerin, Margherita Hack, die nicht nur eine Wissenschaftlerin war, sondern auch ein wichtiges Vorbild für die Emanzipation der Frau. Ihre Größe wurde im Rai-Fernsehfilm „Margherita delle stelle“ unter der Regie von Giulio Base mit Cristiana Capotondi gefeiert. Das Set umfasste Orte wie die Piazza Santa Croce und San Miniato.
„Margherita la voce delle stelle“ (Die Stimme der Sterne) lautet der Titel des Dokumentarfilms von Samuele Rossi, der ebenfalls der großen Florentiner Wissenschaftlerin gewidmet ist und für dessen Dreharbeiten auch das Museo Galileo und das Teatro Puccini genutzt wurden. Die Dokumentation rekonstruiert das Leben von Margherita Hack – einer freien, unkonventionellen und bis zur Provokation ehrlichen Frau, die sportlich, lebensfroh, neugierig und experimentierfreudig war. Die Erzählung wird durch unveröffentlichtes Archivmaterial und Zeitzeugnisse derer ergänzt, die das Privileg hatten, sie als Lehrerin, Mentorin oder Freundin zu kennen.
Diese Rubrik entstand in Zusammenarbeit mit der Toscana Film Commission, der zentralen Anlaufstelle für Filmproduktionen in der Region.