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Vagli di Sotto
Photo ©Robyfra1

Vagli di Sotto

EIN BERGDORF, EIN STAUSEE UND DREI VERSUNKENE DÖRFER

Im oberen Serchio-Tal siedelte im ersten Jahrtausend vor Christus der ligurische Stamm der Apuaner, der von Viehzucht und Landwirtschaft lebte. Um das 4. Jahrhundert v. Chr herum siedelten sich auch Etrusker im oberen Tal des Edron an, wie archäologische Fundstücke im Ort Bivio belegen. Im frühen Mittelalter wurde die Garfagnana erst von den Byzantinern und dann von den Langobarden kontrolliert, die es zu einem wichtigen Militärbezirk machten. In dieser Zeit erschienen auch die Namen unserer Orte ubi dicitur Vallibus. Um das 11. Jahrhundert herum herrschte die adelige Familie Careggine in Vagli, die auf Seiten der Ghibellinen stand und während der Auseinandersetzungen zwischen Lucca und Pisa Verbündete der Pisaner war. 1371 übergab Alderigo degli Antelminelli die Gemeinden der Garfagnana, die er erobert hatte, an Lucca. Im Jahr 1451 kamen die drei Ortsteile der Gemeinde Vagli Sotto zu den Gebieten, welche inzwischen von den Este kontrolliert wurden, die jahrhundertelang über dieses Gebiet herrschten.


Das ganze Leben der kleinen Gemeinde sowie die wichtigsten Attraktionen, die es in dieser Gegend gibt, haben mit dem Lago di Vagli zu tun, einem Stausee, der 1947 durch die Vergrößerung der Staumauer am Fluss Edron entstand. Außer der Schönheit der Natur, der es auch zu verdanken ist, dass der Biopark Lago di Vagli eingerichtet wurde – zu dem eine ausgedehnte Strecke am Seeufer gehört – ist die Hängebrücke für Fußgänger und Radfahrer, die mit ihren 132 Metern zu den höchsten Europas gehört, von Interesse. Ein besonderes Abenteuer ist außerdem der Volo dell’Angelo: Dabei ist man mit einer Halterung an einem Stahlseil befestigt und „fliegt“ auf einer Höhe von 350 Meter bei einer Geschwindigkeit von ca. 150 km/h gut 1500 Meter über den See. Die Anlage eignet sich auch für Menschen mit Behinderung.

Mit dem Stausee hat aber auch das eigentliche Wahrzeichen des Orts zu tun, obgleich man es nur alle zehn Jahre zu Gesicht bekommt: Das versunkene Dorf Fabbriche di Careggine, das 1953 in den Wassermassen des Sees verschwand, als die Staumauer von Vagli vergrößert wurde. Zusammen mit Fabbriche di Careggine verschwanden auch die Dörfer Pantane und Piari, deren Bewohner gezwungen wurden, ihre Häuser aufzugeben, ohne eine angemessene Entschädigung zu erhalten.

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