Siena ist eine Stadt, die mit ihrer mittelalterlichen Atmosphäre, den gepflasterten Straßen und den Türmen, die zeitlos anmuten, sofort ins Auge sticht. Jeder Winkel hat Geschichten von Palästen, Plätzen und Vierteln zu erzählen, aber es gibt auch eine weniger bekannte Seite, die den Besuchern oft entgeht: die kuriosen Details, verborgenen Legenden und überraschenden Elemente, die die Stadt einzigartig machen. Von der perfekten Geometrie der Piazza del Campo bis zu den Geheimnissen des Doms, vorbei an ungewöhnlichen Statuen und rätselhaften Symbolen, bietet Siena all jenen, die den Blick über die klassische Touristenroute hinaus richten, Hinweise für Entdeckungen.
In diesem Artikel nehmen wir Sie mit auf eine Reise zu 5 Kuriositäten, die es Ihnen ermöglichen, die Stadt aus einer anderen, vertrauten und überraschenden Perspektive zu betrachten. Machen Sie sich bereit für einen Spaziergang durch Geschichte, Kunst und Legenden und entdecken Sie die Details, die Siena eine ganz besondere Note verleihen.
Er ist nicht nur der Hauptplatz von Siena, sondern auch ein wahres Symbol der Stadt. Seine Muschelform ist einzigartig, und wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass er in neun Sektoren unterteilt ist, die an die „Regierung der Neun" erinnern, die Siena im 14. Jahrhundert verwalteten. Wenn man hier spazieren geht, taucht man in die Geschichte und Geometrie der Stadt ein und fühlt sich wie der Hauptdarsteller eines außergewöhnlichen mittelalterlichen Stadtplans.
Der Torre del Mangia, der dritthöchste Turm Italiens, überragt mit seinen 102 Metern die Piazza del Campo. Er wurde nach dem ersten Glöckner Giovanni di Balduccio benannt, der den Spitznamen „Mangiaguadagni" trug, weil er sein ganzes Geld in Gaststätten ausgab. Wer den Turm besteigt, genießt nicht nur einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und das umliegende Hügelland, sondern entdeckt auch eine von Menschen geprägte, schlichte Geschichte hinter diesem besonders imposanten Symbol Sienas.
Im Inneren des Doms von Siena befindet sich ein kleines Rätsel: das magische Quadrat oder Sator, ein lateinisches Palindrom (SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS), das in alle Richtungen gelesen werden kann. Die Bedeutung des Sator ist absichtlich zweideutig: Er kann als „Der Sämann leitet die Arbeit sorgfältig an" gelesen werden, aber auch als tieferes Symbol der Weltordnung, in der sich menschliches und göttliches Handeln widerspiegeln und miteinander verwoben sind. Ein Rätsel, das mehrere Deutungsebenen bietet, von der konkreten bis zur symbolischen. Als Sinnbild des Geheimnisvollen und des mittelalterlichen Einfallsreichtums ist dieses Detail leicht zu übersehen, wenn man den Boden nicht genau betrachtet. Eine echte Kuriosität für alle, die die geheimen Seiten der Stadt entdecken wollen.
Wenn man am Vicolo degli Orbachi entlanggeht, kann man eine merkwürdige Skulptur entdecken: die nackte Dame, die aus einem Fenster schaut. Es handelt sich nicht um ein altes mittelalterliches Geheimnis, sondern um ein zeitgenössisches Werk des Künstlers Pier Luigi Olla aus dem Jahr 1995, das von der Contrada del Bruco in Auftrag gegeben wurde. Die ungewöhnliche Position und der rätselhafte Ausdruck der Statue machen sie zu einem der kuriosesten und von aufmerksamen Besuchern meistfotografierten Details.
In einer malerischen Gasse, der Via del Refe Nero an der Ecke zur Via dei Rossi, sticht eine beunruhigende Kuriosität ins Auge: ein schmiedeeiserner Käfig mit einem abgetrennten Kopf mit Kopfbedeckung, aufgespießt auf einem der Eisen. Der Überlieferung nach erinnert dies an den mittelalterlichen Brauch, die Köpfe der zum Tode Verurteilten als öffentliche Warnung auszustellen. Es handelt sich jedoch nicht um einen echten Schädel, sondern um ein Ornament, das der Antiquitätenhändler Giuseppe Mazzoni Anfang des 20. Jahrhunderts so wollte. Der Kopf stellt Mazzoni selbst dar, mit einer bedrohlichen Miene, die - wie es heißt - der nahe gelegenen Bank Monte dei Paschi zugewandt ist, die einen Großteil seines Vermögens gestohlen hatte.
Siena zu erkunden bedeutet, nicht bei den Hauptsehenswürdigkeiten stehen zu bleiben, sondern sich von den verborgenen Details überraschen zu lassen, die ebenso alte wie moderne Geschichten erzählen. Jede Gasse, jeder Platz und jedes Gebäude kann ein kleines Geheimnis lüften und den Besuch in ein Abenteuer der Entdeckung und des Staunens verwandeln.