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Stadtmuseum Giovanni Fattori in Livorno

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Museen

Eine Sammlung livornesischer und toskanischer Kunst mit der Ausstellung von Werken der Macchiaioli

Das Stadtmuseum Giovanni Fattori beherbergt in den Räumen der Villa Mimbelli eine umfangreiche Sammlung mit Kunst aus Livorno und der Toskana. Die Villa dient seit 1994 als Museum. Die Gemälde, Skulpturen und Grafiken vermitteln einen Überblick über die Kunst in Livorno und der Toskana von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1940er-Jahre. Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei Künstler aus Livorno und der Toskana ein. Hervorzuheben ist Giovanni Fattori, der mit rund 50 Werken vertreten ist. Hinzu kommen Arbeiten von Vittorio Corcos, Plinio Nomellini, Silvestro Lega, Telemaco Signorini und Giovanni Boldini. Die Villa Mimbelli, in der sich das Museum befindet, wurde als Wohnsitz für Francesco Mimbelli errichtet, einen Kaufmann, der aus geschäftlichen Gründen nach Livorno gekommen war. Mit dem Entwurf wurde der Architekt Vincenzo Micheli beauftragt. Das 1868 fertiggestellte Gebäude besitzt noch zahlreiche originale Fresken und Verzierungen von Annibale Gatti sowie den aus Livorno stammenden Brüdern Pietro und Giuseppe Della Valle. Die dreistöckige Villa im eklektizistischen Stil umfasst Räume wie den Grünen Salon, den Maurischen Saal und das Billardzimmer. Zu den bemerkenswertesten Elementen der Innenausstattung gehört die monumentale Treppe. Sie ist mit Keramikputten verziert, die von den Skulpturen der Familie Della Robbia inspiriert sind. Rund um das Gebäude erstreckt sich ein Park. Dort befinden sich die ehemaligen Getreidespeicher, die für Wechselausstellungen genutzt werden, sowie eine Kunstbibliothek.

Ausstellungsrundgang

Giovanni Fattori, Frau Martelli in Castiglioncello
Giovanni Fattori, Frau Martelli in Castiglioncello

Der chronologisch aufgebaute Rundgang führt vom Erdgeschoss bis in den zweiten Stock und folgt der Entwicklung der Künstler und ihrer Werke. Die Ausstellung umspannt die Jahrzehnte von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1940er-Jahre, als der Zweite Weltkrieg und der Zusammenbruch des Faschismus einen deutlichen Einschnitt in der Entwicklung der Kunst in Italien bewirkten.

Im Erdgeschoss begegnet man nach den Werken von Enrico Pollastrini dem großen beidseitig bemalten Gemälde von Giovanni Fattori. Auf der einen Seite ist eine Szene aus der Geschichte der Medici dargestellt: „Clarice Strozzi fordert die Medici auf, Florenz zu verlassen“. Das Gemälde blieb 1859 unvollendet. Die andere Seite zeigt mit „Kavallerieangriff bei Montebello“ eine zeitgeschichtliche Episode und wurde 1862 vollendet. Dieses Werk bildet den Auftakt des Rundgangs durch das künstlerische Schaffen Fattoris.

Im ersten Stock ist eine umfangreiche Auswahl der Gemälde und Grafiken von Giovanni Fattori zu sehen. Zu Beginn begegnet man dem „Angriff bei Madonna della Scoperta“, einem weiteren bedeutenden Werk des Künstlers aus dem Bereich der Militärmalerei.

Es folgen Gemälde der wichtigsten Vertreter der Macchiaioli-Bewegung, darunter Silvestro Lega, Telemaco Signorini, Vincenzo Cabianca, Serafino De Tivoli, Cristiano Banti und Giovanni Boldini.

Den Abschluss dieses Stockwerks bildet „Die Freiwilligen aus Livorno“ von Cesare Bartolena. Das großformatige Werk mit einem Motiv aus der Zeit des Risorgimento weist Bezüge zu Fattoris historischen Kompositionen auf.

Der zweite Stock beginnt mit einer Gegenüberstellung von Giovanni Fattori und seinem Schüler Plinio Nomellini. Daran schließt sich eine Auswahl von Nomellinis Werken an. Das Gemälde „Incipit Nova Aetas“ ist hingegen im ersten Stock ausgestellt, da es aufgrund seiner gewaltigen Abmessungen nicht in die dem Maler gewidmeten Räume gebracht werden kann. Die folgenden Säle zeichnen die Entwicklung der Malerei in Livorno am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert nach. Einzelne Bereiche sind den drei Mitgliedern der Künstlerfamilie Tommasi, Adolfo, Angiolo und Lodovico, sowie Leonetto Cappiello und seinen Pariser Jahren gewidmet. Die mondänen Porträts von Vittorio Corcos und Michele Gordigiani bilden einen sichtbaren Kontrast zur sozialkritischen Malerei Raffaello Gambogis, die durch das Werk „Die Auswanderer“ vertreten ist.

Der letzte Saal ist den Postmacchiaioli gewidmet, die die Tradition der Meister des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der neuen künstlerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts neu interpretierten. Der Rundgang beginnt mit einem Frühwerk von Amedeo Modigliani und führt über Arbeiten von Oscar Ghiglia, Mario Puccini, Giovanni Bartolena, Lorenzo Viani und Renato Natali bis zu einer Aufnahme nach einer Fotografie von Miniati aus dem Mai 1943. Sie markiert sinnbildlich das Ende einer Epoche und zugleich das Fortleben von Fattoris künstlerischem Vermächtnis in Livorno.

Giovanni Fattori, nach dem das Museum benannt ist, wurde 1825 in Livorno geboren und starb 1908 in Florenz. Er entwickelte eine Bildsprache, die auf die traditionellen Konturlinien und Farbabstufungen verzichtete und stattdessen mit knappen Pinselstrichen und Farbflächen arbeitete. Von diesen „macchie“, den Farbflecken, leitet sich die Bezeichnung Macchiaioli ab. Zu seinen im Museum aufbewahrten Werken gehören „Rinderherden in der Maremma“, „Frau Martelli in Castiglioncello“ und „Der rote Turm“.

Informationen zur Barrierefreiheit: regione.toscana.it

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