Nur wenige Kilometer von Grosseto entfernt, inmitten der Hügel der Maremma, beherbergt das archäologische Areal von Roselle die Überreste einer der bedeutendsten Städte des antiken Etruriens. Ein Ort, an dem sich über zweitausend Jahre Geschichte durch imposante Mauern, alte Straßen, Wohnhäuser und Denkmäler offenbaren.
Roselle entstand in strategisch günstiger Lage auf zwei durch ein kleines Tal getrennten Anhöhen, unweit des antiken Vetulonia und der Mündung des Flusses Ombrone und war eine blühende etruskische Stadt, bevor es laut dem Historiker Titus Livius im Jahr 294 v. Chr. von den Römern erobert wurde. Die Stadt blieb noch viele Jahrhunderte lang bewohnt, bis es zu ihrem allmählichen Niedergang kam, der 1138 mit der Verlegung des Bischofssitzes nach Grosseto seinen Höhepunkt erreichte.
Die ersten archäologischen Erkundungen gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück, doch erst im Laufe des 20. Jahrhunderts kamen dank systematischer Ausgrabungskampagnen wichtige Zeugnisse der antiken Siedlung wieder ans Tageslicht.
Heute führt der Rundgang durch die verschiedenen Epochen der Geschichte von Roselle, angefangen bei der monumentalen etruskischen Stadtmauer aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., die über 3 km lang ist und an einigen Stellen eine Höhe von bis zu 5 Metern aufweist. Sie wurde aus großen Steinblöcken erbaut und ist eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der antiken Stadt.
Wenn man weiter durch die Überreste der römischen Siedlung geht, stößt man auf das Forum, den Cardo Maximus, die Basilika aus der Kaiserzeit und die antiken herrschaftlichen Residenzen (wie die Domus dei Mosaici), die Aufschluss über die städtische Struktur und das Alltagsleben der Stadt geben. Auf einer der Anhöhen befinden sich außerdem die Überreste eines kleinen Amphitheaters und einiger Thermenanlagen.
Die tiefsten Ausgrabungen haben zudem auch wichtige Zeugnisse des etruskischen Roselle zutage gebracht, darunter Wohnhäuser und Handwerksbetriebe aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr., die wertvolle Einblicke in die Tätigkeiten und Traditionen seiner früheren Bewohner geben. Bei den derzeit laufenden Ausgrabungen geht es hingegen darum, eine frühchristliche Basilika mit angeschlossenem Friedhof freizulegen.
Um mehr über die Geschichte dieses Ortes zu erfahren, kann der Rundgang im Museum für Archäologie und Kunst der Maremma (MAAM) im Zentrum von Grosseto fortgesetzt werden, wo zahlreiche Fundstücke aus den Ausgrabungen aufbewahrt werden, die die Entwicklung der Stadt im Laufe der Jahrhunderte dokumentieren.
Informationen: museidimaremma.it