Eingebettet in die Hügel des Serchio-Tals liegt das kleine Städtchen Borgo a Mozzano, das sich mit seiner mittelalterlichen Architektur, seinen Gedenkstätten und seinen noch lebendigen Traditionen präsentiert.
Urkundlich belegt ist dieser Ort bereits im 10. Jahrhundert, als er unter der Herrschaft der Herren von Suffredinghi stand, aber erst mit dem Übergang zur Republik Lucca im 13. Jahrhundert spielt er eine zentrale Rolle bei der Kontrolle und im Leben des Tals.
Heute kann man Borgo a Mozzano erkunden, indem man einem Weg folgt, der viel an Legenden, historischen Zeugnissen und Aussichten zu bieten hat, die dazu beitragen, die Identität dieses Gebiets zu verstehen.
Das Wahrzeichen des Dorfs ist die Ponte della Maddalena, die auch als Teufelsbrücke bekannt ist und gleich hinter dem Dorfzentrum Richtung Ortsteil Rocca liegt.
Wahrscheinlich von Mathilde von Canossa Ende des 11. Jahrhunderts in Auftrag gegeben, besticht sie durch die asymmetrische Struktur der Bögen und durch die Legende, die mit ihrem Bau verbunden ist: Hier soll der Teufel bei der Vollendung des Werks geholfen und als Gegenleistung die Seele des ersten Lebewesens, das sie durchquerte, gefordert haben. Um den Pakt zu umgehen, ließen die Bewohner eine Ziege darüber gehen, und der getäuschte Teufel reagierte, indem er die Bögen der Brücke verformte.
Der älteste Kern von Borgo a Mozzano ist um drei Hauptstraßen mit Palästen gelegen, die Gärten und Grünanlagen schmücken.
Hier befindet sich auch das Museo della Memoria (Gedenkmuseum), das der Geschichte der Gotenstellung und den Ereignissen, die das Mittlere Serchio-Tal im Zweiten Weltkrieg geprägt haben, gewidmet ist.
Das Museum erzählt anhand von Artefakten, mündlichen Zeugnissen, Dokumenten und Materialien aus jener Zeit die Geschichte einer Region, die von dem Konflikt stark betroffen war.
Der Museumsrundgang ist in zwei Abschnitte unterteilt: eine archäologische Sammlung zur Frühgeschichte des Tals und ein Teil, der den Kriegsereignissen zwischen 1944 und 1945 gewidmet ist, wobei der Schwerpunkt auf dem täglichen Leben der Zivilbevölkerung liegt. Außerhalb des Museums kann man auch die Stätten der Gotenstellung besichtigen, darunter Bunker, Laufgräben und gut erhaltene Festungsanlagen in der Umgebung der Stadt.
Zu den absolut sehenswerten historischen Gebäuden im Dorf gehört die Kirche San Pietro aus dem 12. Jahrhundert, ein bedeutendes Beispiel für die Anpassung städtischer Bautechniken an einen ländlichen Kontext und ein konkretes Zeugnis der Geschichte und der Entwicklung der Ortschaft.
Borgo a Mozzano bewahrt ein bedeutendes Erbe an religiöser Architektur mittelalterlichen Ursprungs. Hervorzuheben ist die Kirche San Jacopo mit ihrem imposanten Glockenturm und ihrem Innenraum, in dem ein Taufbecken aus dem Jahr 1590 und glasierte Terrakotten aus der Schule von Della Robbia zu sehen sind.
Bemerkenswert ist auch das Franziskanerkloster mit seiner Barockkirche und dem eleganten Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert.
Nur unweit davon befindet sich die Pfarrkirche Santa Maria a Diecimo, eines der wichtigsten religiösen Bauwerke des Gebiets.
Die zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche hat einen dreischiffigen Grundriss mit halbrunder Apsis und einem separaten mittelalterlichen Glockenturm. Nach barocken Umgestaltungen im 17. Jahrhundert erhielt das Gebäude durch Renovierungen im 19. und 20. Jahrhundert seine ursprüngliche Form wieder.
Im Inneren sind interessante Werke erhalten, darunter eine Steinplatte mit einem Ritter aus dem 12. Jahrhundert, das Taufbecken und Ausstattungen aus dem 15. Jahrhundert.
Der Bargiglio-Turm auf dem gleichnamigen Berg, der Borgo a Mozzano überragt, ist einer der eindrucksvollsten Aussichtspunkte des Serchio-Tals. Er wurde im Mittelalter als Wachturm und Verbindungsturm mit Lucca erbaut und war Teil eines Verteidigungssystems, das die Kontrolle des gesamten Tals durch optische Signale ermöglichte.
Heute ist der Turm - auch als Occhio di Lucca (Auge von Lucca) bekannt - ein Ausflugsziel, das einen weiten, freien Blick bietet: von den Apuanischen Alpen bis zu den Burgen der Garfagnana, von Barga und Coreglia bis Bagni di Lucca.
Der Besuch von Borgo a Mozzano ist auch eine kulinarische Reise, bei der man die mit der Kultur des Serchio-Tals und der Garfagnana verbundenen Aromen kennenlernen kann. Zu den besonders typischen Produkten gehört der Biroldo, eine traditionelle Wurstware, die ausschließlich aus Schweinekopf hergestellt und dank ihrer weichen Konsistenz und ihres feinen Geschmacks besonders geschätzt wird.
Eine wichtige Rolle spielt auch Farina di Neccio DOP (mit geschützter Ursprungsbezeichnung), die aus Kastanien hergestellt wird und Inbegriff einer Bergküche mit Handgriffen von anno dazumal, saisonalen Produkten und Erinnerungen an das Landleben ist.