Das Museum Pinacoteca e Museo Civico (Pinakothek und Stadtmuseum) von Volterra befindet sich im Zentrum der Stadt im Renaissancepalast Minucci-Solaini, und bewahrt Werke, die Einblick in die Kunstgeschichte der Stadt zwischen Mittelalter und Renaissance geben und den Einfluss von Florenz, Siena und Pisa zeigen. Das Museum ermöglicht es den Besucher*innen, die Entwicklung der lokalen Malerei und den Dialog mit den großen italienischen Kunstströmungen anhand von Gemälden, Holzskulpturen, Keramiken, Medaillen und Münzen zu verfolgen.
Die Sammlung nahm Anfang des 20. Jahrhunderts dank des Kulturverwalters Corrado Ricci Gestalt an, der Werke aus aufgelösten oder zerstörten Sakralbauten auswählte, um das künstlerische Erbe der Stadt zu bewahren. Die Sammlung wurde 1905 im Palazzo dei Priori eingeweiht, wo sie bis nach dem Zweiten Weltkrieg blieb. Zu den berühmten Besuchern gehört Gabriele D'Annunzio, der von einigen der Werke so fasziniert war, dass er sie in seinem Roman „Vielleicht – vielleicht auch nicht" zitierte.
Nach der Schließung während des Zweiten Weltkriegs fand die Sammlung schließlich eine dauerhafte Bleibe im Palazzo Minucci-Solaini. Sie wurde 1982 eingeweiht und zu einem modernen, gepflegten und der Öffentlichkeit zugänglichen Museum.
Zu den Meisterwerken gehört die Kreuzabnahme von Rosso Fiorentino, ein brillantes Beispiel des toskanischen Manierismus, das von dramatischen Figuren belebt ist. Von großem Interesse sind auch Luca Signorellis Verkündigung und die Thronende Madonna mit Heiligen, die von der feinen erzählerischen und perspektivischen Fähigkeit des Künstlers aus Cortona zeugen. Die Räume beherbergen auch Werke von Taddeo di Bartolo, wie die Madonna der Rose und Christus in der Glorie mit vier Heiligen und Stifter von Domenico Ghirlandaio, der mit den Medici-Auftraggebern in Verbindung stand. Die Präsenz des flämischen Malers Pieter de Witte, bekannt als Peter Candid, mit seiner Anbetung der Hirten und der Beweinung Christi bestätigt die internationale Ausrichtung der Stadt.
Werke von Benvenuto di Giovanni, Donato Mascagni und Pomarancio vervollständigen den Rundgang und bieten ein breites, vielfältiges Panorama der künstlerischen Produktion vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. Beim Besuch können die Besucher*innen nicht nur die Qualität der einzelnen Meisterwerke, sondern auch die Gesamtgeschichte einer Gemeinschaft schätzen lernen, die im Laufe der Jahrhunderte ihr kulturelles Erbe gewollt, bewahrt und aufgewertet hat, was die Pinakothek nicht nur zu einem Museum, sondern zu einem wahren Hüter der historischen Identität von Volterra macht.
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